Bild: Fr. moll kann nicht pinkeln, wenn jemand zuschaut – nicht mal wenn’s eine gans ist.
Sonntag nachmittag, das wetter wechselte zwischen leichtem regen und schönem sonnenschein, das kino zu zwei dritteln gefüllt. Zu sehen war: Du bist nicht allein. Guter deutscher gesellschaftsfilm, der versteht, das leben mit einem lächelnden und einen weinenden auge relitätsnah darzustellen. Das deutsche traum-schauspielpaar – katharina thalbach und axel prahl – sind so wunderbar aus dem leben geschnitzt, dass man alles gezeigte unreflektiert annimmt. Worum geht’s? Drei wohnparteien eingepfercht in einer der berliner plattenbezirke, wo die einöde, die ausweglosigkeit mit der wohnung gemietet wird. In der mitte wohnt das ehepaar moll, ergänzt von ihrem sich offenbar in den sommerferien befindenen sohn „svenni“ (ehrlich zwei „n“). Links davon der in beziehungspause lebende, nicht mehr arbeitende physik und mathematik professor und rechts die bemerkenswerte russische immigrantin mit vater und tochter. Eigentlich wurde der verlauf in den trailern schon heftigst angedeutet: Hr. moll verliebt sich in die nachbarin, fr. moll erhält einen job als security care assistent und hr. dr. professor kommt von seiner frau nicht weg, die in ihrem einfamilienhaus wohnt, auf welches er von seinem balkon aus (bzw. sie alle ohne es zu wissen) blicken kann. Der ablauf plätschert dahin, die figuren lernen sich kennen, dennoch verwebt sich ihr alltag kaum. Wir als zuschauer sehen ihre ähnlichkeiten, doch die figuren ziehen ihre einsamkeit vor. Auch wenn die geräusche des dahinplätschernden lebens in manchen momenten recht laut werden, so hebt sich doch eher der konflikt zwischen figur und arbeit als zentrales thema ab. Den Rest des Beitrags lesen »

Verfasst von lotteu