meine mutter hat mir eine sms gefurzt

Kleine elektronische hilfsapparate haben wir fast alle: handies, gps, mp3, digicams, camcorder, pcs, laptops … Hantieren mit einem künstlichen interface ist ein gewöhnlicher teil des öffentlichen, erst recht des privatem alltags geworden.
Wir agieren mit allen unseren fünf sinnen in der realen welt, doch benutzen nur einzelne für bestimmte in- und outputs der technischen umgebung.
Da die künstliche welt immer mehr in der realen auftaucht, sozusagen eine verschmelzung einhergeht, sollte es kommunikationsmethoden geben, die alle unsere sinne fördern.
Zweierlei gründe befürworten diese forderung:
Erstens verlernen die kommenden generationen so nicht, was es z.B. bedeuten kann, jemandem die hand zu geben. Oder sie reagieren auf einen witz mit einfachem, natürlichem lachen anstelle mit der bemerkung „lol“.
Zweitens wird die kommunikation in der künstlichen welt (auch wenn eine oder mehrere reale personen am anderen ende sitzt) so vieldimensionaler, facettenreicher, intensiver … Auf die gedanken hat mich ein kolloquiums-talk gebracht, den ich am letzten dienstag abend in der tu-berlin besuchte. Es referierte ein mitglied der Multimodal Interaction Group der glasgow university.
Im laufe der präsentation stellte er eine menge unterschiedlicher interactionsmethoden dar: So könnte man anhand von kopfnicken menümöglichkeiten auswählen. Das vibrieren an unterschiedlichen körperstellen vermittle bestimmte befehle. Genauso könnten unsere gerätschaften durch rhythmishes pochen mit unterschiedlicher heftigkeit oder mit wechselnden temperaturen vieles viel deferenzierter kommunizieren. Anstelle icons (visuelle symbole, die für bestimmte eigenschaften/vorgänge stehen) gäbe es earcons oder tactons (ein fühl-symbol!?!).
Die theorie scheint nicht falsch zu sein. Das vorgebrachte war interessant, doch leider wertlos! In den eineinhalbstunden hat es der referendar nicht fertig gebracht, sein wissen mit irgendeinem beispiel leben einzuhauchen. Wie kann ich die idee bewerten, wenn keinerlei rahmenbedingungen beschrieben werden. Auch wenn es nur die technik ist, die die limits setzen würden, wäre das zumindest etwas greifbares gewesen. Kommunizieren definiert sich anhand von der nachricht (in-, output oder beides im wechselseitigem verhältnis), der anzahl der sender/empfänger und über das soziale/kulturelle environment (sicherlich kann man die aufzählung noch ergänzen). Keine der komponenten wurden in bezug gesetzt mit den vorgeführten prototypen.
Die abschließend erläuterte interactionsmethode basierte auf dem geruchssinn. Gerüche können unwahrscheinlich stark erinnerungen hervorlocken. Ok! Klor! Wieder fehlte eine geschichte zu der möglichkeit, die das star trek geträume etwas näher ins jetzt rücken würde. Meine phantasie fing an spazieren zu gehen und landete bei meinem handy. Wie wäre es, wenn ich riechen könnte, wenn mir meine mutti eine sms geschickt hat? Ihre marke in meinem telefon sozusagen!

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